"Ich möchte euch ein Merkmal der Ehrenhaftigkeit des Elefanten erzählen. Ein Elefant wechselt niemals sein Weibchen und liebt die zärtlich, die er gewählt hat und mit der er sich nur alle drei Jahre paart, und zwar nur fünf Tage lang und so im Verborgenen, dass er niemals bei diesem Akt gesehen wird. Man sieht ihn jedoch am sechsten Tag, an dem er geradewegs zu irgendeinem Bach geht, um sich darin den ganzen Körper zu waschen, da er nicht zu der Herde zurückkehren will, bevor er nicht gereinigt ist. Sind das nicht schöne und ehrenvolle Regungen bei einem Tier, durch die es die verheirateten Leute lehrt, sich nicht zu sehr den Freuden der Sinne und des Fleisches hinzugeben?" (S. 212, Zitat nach Franz von Sales)
"Was aber ist im Augenblick des Sündenfalls geschehen? Adam hat sich gegen Gott erhoben, indem er die erste Sünde beging. Er hat versucht, sich dem Willen Gottes zu entziehen und einen autonomen Willen zu erwerben, indem er die Tatsache nicht beachtete, dass die Existenz seines eigenen Willens vollkommen vom Willen Gottes abhing. Als Züchtigung für diese Auflehnung und als Folge dieses Verlangens nach einem Willen, der von dem Willen Gottes unabhängig ist, hat Adam seine Selbstbeherrschung verloren. Er wollte einen autonomen Willen haben, und er hat die ontologische Stütze für diesen Willen verloren. Mit diesem Willen haben sich unwillkürliche Bewegungen vermischt, und die Beugung von Adams Willen hatte eine verheerende Wirkung. Sein Körper, genauer, bestimmte Teile davon, gehorchte nicht mehr seinen Befehlen, hat sich gegen ihn aufgelehnt, und die Geschlechtsteile waren die Ersten, die sich zum Zeichen des Ungehorsams erhoben. Die berühmte Geste Adams, der sein Geschlecht mit einem Feigenblatt bedeckt, erklärt sich für Augustinus nicht durch die bloße Tatsache, dass Adam sich seiner Vorhandenheit schämte, sondern durch die Tatsache, dass sich sein Geschlechtsteil ohne seine Zustimmung bewegte. Das erigierte Geschlecht ist das Bild des Menschen, der sich gegen Gott auflehnt. Die Arroganz des Geschlechts ist die Züchtigung und die Folge der Arroganz des Menschen. Das unkontrollierte Geschlecht des Menschen ist ein Bild dessen, was Adam gegenüber Gott war: ein Rebell." (S. 216)
Abonnieren
Posts (Atom)
